Studie: Hab und Gut zu versichern, steht in Deutschland ganz oben

Eine Existenzbedrohung wie die Berufsunfähigkeit ist weniger wichtig.

Die Continentale Versicherung hat eine repräsentative Umfrage gestartet. Befragt wurden 1.004 Personen. 913 Befragte waren Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung, der Rest PKV-versichert. Diese Verteilung spiegelt den Gesamtbestand der privaten Krankenversicherungen zu den gesetzlichen Kassen (in der deutschen Bevölkerung sind ca. 10 Prozent privat versichert) ziemlich genau wieder. Zusätzlich wurden 239 Versicherungsberater bundesweit befragt.

Liebe zum Eigentum ist traditionell stark geprägt

Das bürgerliche Gesetzbuch BGB kümmert sich um das Zivilrecht in Deutschland. Es geht im BGB im Wesentlichen um Schutz und Rechte der Eigentümer. Es gibt wohl kein anderes Land in der Welt, wo der Besitz bzw. das Eigentum so schützenswert ist. Man denke allein an das liebste Kind des Deutschen, das Auto. Jeder kleine Parkrempler wird penibel geahndet. Wer sich einem verursachten Kratzer entzieht, landet schnell beim Strafrecht. Dass die Deutschen ihr Eigentum gerne umfangreich versichern, ist eine logische Folge.

Lieber der Besitz als ein existenzielles Risiko

75 Prozent der Befragten der Conti-Studie haben das mit ihren Antworten bestätigt. Das Hab und Gut ist wichtig und schützenswert. Wenn es allerdings um die eigene Absicherung der Arbeitskraft geht, fanden lediglich nur 39 Prozent der Befragten eine Absicherung relevant, bei der Pflegezusatzversicherung waren es sogar nur 15 Prozent.

Versicherungsberater können ein Lied davon singen

Bundesweit wurden in der Conti-Studie auch 239 Verkäufer bzw. Berater von Versicherungsprodukten befragt. Insgesamt konnten sie den Eindruck bestätigen. Während man Sachversicherungen aktiv bei den Vertretern abruft, müssen die Berater bei den biometrischen und gesundheitlichen Risiken größte Überzeugungsarbeit leisten.

„Die Versicherung bezahlt sowieso nicht“

Die Gründe, weshalb für die befragten Privatpersonen eine Personenversicherung nicht so wichtig sei, sind vielschichtig. Allerdings kristallisierte sich als Hauptgrund der fehlende Glaube an eine Leistung des Versicherers im Schadensfall raus. „Die Versicherung würde in der Regel nicht zahlen und dies mit irgendwelchen Klauseln begründen.“ Da schwingt auch die „böse Absicht“ mit in solchen Aussagen. Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft unterstreicht regelmäßig bei aufkommenden Leistungsdiskussionen in den Personenversicherungen, beispielsweise in der Berufsunfähigkeitsversicherung, dass es sich lediglich um vermeintliche Vorurteile handelt, denn die meisten Leistungsanträge würden bewilligt.

Fehlende Informationen und kein Vertrauen

Ein abstraktes Gut wie die Arbeitskraftabsicherung oder für die meisten Mitbürger das „späte“ Thema einer privaten Pflegezusatzversicherung sind generell schwierig für die Versicherungswirtschaft zu kommunizieren. Auf der anderen Seite geistern zu viele Negativ-Ergebnisse in Sachen Leistungszusagen in den Medien herum. So erzeugt die Versicherungswirtschaft kein Vertrauen. Verbände zu zitieren, reicht da nicht. Hier müssen handfeste Taten sprechen.

Die Jugend muss durch Bildung sensibilisiert werden

Andererseits verlassen sich die Menschen auch gerne auf die traditionellen staatlichen Gegebenheiten. „Es gibt ja schließlich ein umfangreiches soziales Sicherungssystem, was für den Schaden schon aufkommen wird. Wofür hat man jahrelang eingezahlt?“ Der Staat sollte die Mitbürger aktiver aufklären. Der Status Quo muss klarer kommuniziert werden. Am besten schon in der Schule bzw. Ausbildung. Den Jugendlichen muss von Anfang an vermittelt werden, dass die eigene Arbeitskraft die Basis allen Wohlstandes ist und vorrangig beschützt werden muss.