Studie: Die Generation Mitte setzt nicht mehr auf Sparen

 

75 Prozent der Befragten halten Sparen für vernünftig, möchten sich im Alltag dafür aber nicht einschränken. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) nun zum sechsten Mal mit einer Umfrage betraut: Untersucht werden sollten hauptsächlich die wirtschaftlichen Befindlichkeiten der Generation Mitte. Die Generation Mitte ist der Teil der Bevölkerung in Deutschland, der eine Altersstruktur von 30 bis 59 Lebensjahre aufweist. Befragt wurden insgesamt 1048 Probanden.

Wirtschaftlich ist es der Generation Mitte noch nie so gut gegangen

Die materielle Zufriedenheit ist bei 42 Prozent der Teilnehmer der Befragung besser als früher, viele fühlen sich aber aufgrund von gesellschaftlichen Veränderungen, weltweiten Krisen und durch den Rückgang der politischen Stabilität in Deutschland stark verunsichert. Bei nur 18 Prozent der Befragten soll sich die wirtschaftliche Situation in den letzten fünf Jahren verschlechtert haben.

Der Vergleich mit der Elterngeneration lässt Sorglosigkeit erkennen

Die Generation Mitte hält die finanzielle Unabhängigkeit mit 82 Prozent für besonders wichtig. Auf dem letzten Platz der Befragung lag mit lediglich 14 Prozent der Aspekt Sparsamkeit. Aufgrund dieses Befragungsergebnisses kann man erkennen, dass die finanzielle Unabhängigkeit scheinbar in der Gegenwart eine große Rolle spielt, aber im Alter ausgeblendet wird. Eine gefährliche Entwicklung. Das spiegelt sich auch im Konsumverhalten der Probanden wieder. 64 Prozent halten sich beim Thema Urlaubsreisen bessergestellt als ihre Elterngeneration und 61 Prozent der Befragten empfinden regelmäßige teurere Anschaffungen als ein Zeichen von Lebensqualität.

Die Eltern hatten es beim Sparen leichter

41 Prozent meinen, dass ihre Eltern es einfacher hatten, sich eine Immobilie anzuschaffen, nur 27 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt. Beim Sparen halten 39 Prozent das Engagement der Elterngeneration für leichter, 28 Prozent für schwieriger.

Die Generation Mitte erspart sich das Sparen

Obwohl 56 Prozent der Befragten überzeugt sind, dass ihre Renten nicht sicher sind und eine Altersarmut drohen könnte, unternimmt die Generation Mitte recht wenig dagegen. In unserer Zeit eines demographischen Vakuums, die uns noch eine gewisse Sicherheit vorgaukelt, werden die Probleme mit den Generationen Babyboomer, die uns relativ kurzfristig bevorstehen, ausgeblendet: Das Verhältnis der Zahl der Rentenzahler zu den Rentenbeziehern wird sich dramatisch zum letzteren verschieben. Unser Rentenniveau kann also rein rechnerisch nicht mehr erhalten bleiben.

Die Politik muss handeln

Unsere Politik muss in näherer Zukunft für verlässliche und stabile Rahmenbedingungen in der Rentenpolitik sorgen. Der Vorstoß der Sozialdemokraten am Anfang unseres Jahrtausends durch die Einführung der Riesterverträge, kann man als gescheitert ansehen. Rund 20 Prozent der Riesterverträge wird nicht mehr aktiv bespart. Hier fehlte letztendlich eine nachhaltige Verpflichtung der Menschen, sich mit dem Altwerden und dessen Finanzierbarkeit zu beschäftigen. Die Generation Mitte könnte die Problematik vielleicht für die nachfolgenden Generationen in den Griff bekommen.