Stirbt die Lebensversicherung oder leben Totgesagte länger?

Ein angespannter Markt

Wöchentlich liest man es in der Presse, den Abgesang auf die Lebensversicherung inklusive der dazugehörigen Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Erklärt wird die Misere hauptsächlich mit der Niedrigzinspolitik der EZB und für eingeweihte Spezialisten mit dem fehlenden Kostenmanagement der Branche.

Jeder weiß, auf Spareinlagen gibt es zur Zeit fast keine Zinsen. Wer einen Sparzins erwirtschaften muss, steht mehr unter Druck als früher. Das gilt für alle Bereiche des Finanzwesens. Und dann noch die Hiobsbotschaften über Verkäufe von Versicherungsverträgen und ganzen Beständen seitens der Lebensversicherungen an eigens dafür gegründete Abwicklungsfirmen, sogenannte Run-off-Gesellschaften. Klingt nach Untergang.

 

Stehen die Zeiten wirklich auf Sturm?

hc consulting AG

Lebensversicherungsgesellschaften erwirtschaften Überschüsse, die letztendlich an die Versicherten weitergegeben werden. Überschüsse sind aber nicht nur Zinserträge, sondern resultieren aus vielen Bereichen eines Versicherungsunternehmens: Überschüsse aus einer guten Risikokalkulation, aus einer effektiven innerbetrieblichen Kostenstruktur, aus fortschreitender Digitalisierung, aus vorzeitigen Ruhestandsregelungen für die Beschäftigten und natürlich auch aus Kapitalanlagen, die aber nicht nur aus Geldzinserträgen bestehen, sondern auch aus Beteiligungen an anderen Wirtschaftsbranchen und traditionell aus Investitionen in der Bau- und Wohnungswirtschaft.

Wer sich nur auf sein Sparbuch konzentriert, wird keine Renditen mehr haben. Wer an der modernen Kapitalisierung teilnimmt, schon.

 

Vorgaben des Gesetzgebers lockern

Als eine der wichtigsten Säulen der Altersversorgung stehen die Lebensversicherungen immer unter besonderer Aufsicht des Gesetzgebers. Anlagen werden als Sicherheitsmittel betrachtet. Quoten für die verschiedenen Investitionsbereiche sind genau festgelegt. Bevor der Gesetzgeber einen fast aufsichtsfreien Run-off Markt akzeptiert, sollten nicht zeitgemäße Vorgaben der Finanzaufsicht überarbeitet werden.

 

Einen Crash wird es nicht geben

Es gibt viele Populisten und Schwarzseher, die auf der Untergangswelle der Deutschen Lebensversicherung reiten. Zumindest vom Zusammenbruch kleinerer Gesellschaften, die aber den großen Rest höchstwahrscheinlich nach sich ziehen werden, ist die Rede.

Für kleinere Lebensversicherungsgesellschaften reicht die von der gesamten LV-Branche seit Jahrzehnten finanzierte Auffanggesellschaft Protector aus, um mindestens den garantierten Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die großen Konzerne sind aus eigener Kraft sicher. Die Nettoverzinsung lag beispielsweise in den letzten drei Jahren bei konstanten 6 %. Höhere Renditen erwirtschaften auch branchenfremde Konzerne nicht.

 

Wie verhalte ich mich richtig?

Wer schon seit vielen Jahren einen Vertrag hat, muss daran festhalten. Die damaligen höheren garantierten Zinsen laufen weiter, verglichen zum Sparbuch heute ist das ein richtig gutes Geschäft.

Wer einen Vertrag abschließen möchte, sollte Kennzahlen der Gesellschaften vergleichen.

Ein Spezialist, der Sie als Versicherungsmakler vertritt und eine Institution wie beispielsweise die Stiftung Warentest sind bei der Wahl des richtigen LV-Partners von Vorteil.

Große und moderne Konzerne, die weltweit tätig sind und über erhebliche Kapitaldecken verfügen sind hier die erste Wahl.