Rechtsschutzversicherung und BU-Versicherung

 

Eine Klage gegen eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist teuer und langwierig

Klagen sollten grundsätzlich vermieden werden. Sie kosten Geld, Zeit, Nerven und man weiß letztendlich nie, wie sie ausgehen. Es heißt nicht umsonst, „vor Gericht und auf hoher See sind wir allein in Gottes Hand“. Wer von Anfang an sein Klagerisiko minimal halten will, sollte beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung besonders sorgfältig vorgehen. Vorvertragliche Anzeigepflichtsverletzungen wie beispielsweise falsche oder fehlerhafte Angaben zum Gesundheitszustand sind tunlichst zu vermeiden. Eine Leistungsauskunft der eigenen Krankenkasse über Krankenleistungen der letzten zehn Jahre sind hierbei sehr hilfreich. Man hat so eine lückenlose Übersicht von Krankheiten und vor allen Dingen von Behandlungen, die in den jeweilig ärztlich hinterlegten Diagnosen nicht unbedingt immer mit der Realität übereinstimmen. Manchmal ist die Diagnose schlimmer als die Krankheit. Eine Arztpraxis ist eben auch nur ein Wirtschaftsunternehmen.

Manchmal lässt sich eine Klage überhaupt nicht vermeiden

Selbst wer bei der Antragstellung zur Berufsunfähigkeitsversicherung alles richtig gemacht hat, muss am Ende mit einem Prozess rechnen. Zum Beispiel könnte der Grad der Berufsunfähigkeit strittig sein, oder die zuletzt ausgeübte Tätigkeit ist unklar, oder der Rentenbetrag passt nicht zum früheren Nettoverdienst, oder gefährliche Freizeitaktivitäten  waren unerwähnt, oder, oder……….Die Möglichkeit eine BU-Leistung zu verzögern und zu verhindern, sind seitens der Leistungsabteilungen der Berufsunfähigkeitsversicherungen vielfältig. Dabei ist die Prozessbereitschaft der Versicherungen durchaus unterschiedlich. Es gibt solche und solche.

„Kurzen Prozess machen“

Bei manchen Leistungsfällen erkennt man schon im anfänglichen Verlauf der Bearbeitung, wohin die Reise hingeht. Wer als Versicherungsgesellschaft grundsätzlich auf Zeit spielt, hat keinen richtigen Leistungswillen. In solchen Fällen kann man sich durch eine frühe Klage vieles ersparen, da alles vorhergehende Außergerichtliche von der BU dem Grunde nach angezweifelt wird und das Gericht sowieso noch einmal alles von vorne prüfen muss (Gerichtsgutachter inklusive).

Eine Rechtsschutzversicherung ist wichtig

Wer eine BU hat, muss zusätzlich eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben. Aber wann sollte diese abgeschlossen werden? Vor dem Antrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung oder geht es auch noch später?

Eine Rechtsschutzversicherung leistet grundsätzlich nur für die Fälle, die nach Abschluss der Rechtsschutzversicherung eingetreten sind. Laut Versicherungsbedingungen (ARB) tritt der Rechtsschutzfall ein: „von dem Zeitpunkt an, in dem Sie oder ein anderer einen Verstoß gegen Rechtspflichten oder Rechtsvorschriften begangen hat oder begangen haben soll. Sollten Rechtsverstöße wechselseitig (Versicherungsnehmer und Versicherung) begangen worden sein, werden die Verstöße beider Seiten berücksichtigt. Dies gilt unabhängig davon, ob die Geltendmachung oder die Abwehr von Ansprüchen den Gegenstand des Rechtsstreits bilden“.

Man muss immer unterscheiden, worum es bei dem Rechtsschutzfall geht. Wird beispielsweise um den Grad der BU gestritten, ist der Eintritt des Rechtsschutzfalles der Eintritt der behaupteten BU. Geht es um eine falsche Gesundheitsangabe im Berufsunfähigkeitsantrag, dann ist der Zeitpunkt des Eintritts der Rechtsschutzversicherung die Täuschungshandlung bei Antragstellung. Im ersten Beispiel wäre also ein Abschluss der Rechtsschutzversicherung nach Antragstellung (aber vor Feststellung der BU) ausreichend gewesen, im zweiten Beispiel aber nicht. Hier hätte die Rechtsschutzversicherung schon vor dem Bu-Antrag bestehen müssen. Im Übrigen sei hier noch darauf hingewiesen, dass Rechtsstreitigkeiten rund um die BU in der Rechtsschutzversicherung zum Vertragsrechtsschutz gehören und somit einer Wartezeit von 3 Monaten unterliegen.

Fazit

In der BU-Versicherung ist eine Rechtsschutzversicherung wichtig. Übrigens unterscheidet die private Rechtsschutzversicherung nicht zwischen selbstständigen und angestellten Tätigkeiten, da die BU zur Abdeckung der privaten Kosten dient und für die Sicherung des privaten Lebensstandards sorgt und zwar außerhalb der ausgeübten beruflichen Tätigkeit.