Die Pflegezusatzversicherung innerhalb der BU-Versicherung

Eine Pflegepflichtversicherung hat in Deutschland jeder. Im Fall der Unterbringung eines Versicherten in einem Pflegeheim reicht die Leistung der Pflegepflichtversicherung nicht aus. Es entsteht eine erhebliche Finanzierungslücke, die von den Versicherten selbst getragen werden muss.

Reicht das eigene Vermögen nicht aus, werden erstgradige Verwandte zur Kostendeckung verpflichtet. Ist insgesamt kein Geld bzw. Vermögen vorhanden, übernimmt der Staat die Kosten der Pflege.

Mit einer Pflegezusatzversicherung können Sie dieses Kostenrisiko absichern.

Angeboten werden die Pflegezusatzversicherungen innerhalb der Privaten Krankenversicherung und bei den Lebens-, Renten– und Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Die Pflegezusatzversicherung wird im Rahmen der privaten Krankenversicherung als Pflegetagegeldversicherung angeboten. Höhe des Tagegeldes, Eintrittsalter und der Gesundheitszustand des Versicherten sind für die Kalkulation des Versicherungsbeitrags ausschlaggebend. Die Versorgungslücke bei stationärer Pflege im Heim liegt je nach Pflegestufe zwischen 1350 € bis 1850 € im Monat. Eine Pflegetagegeldversicherung mit einem Tagessatz von ca. 60 € ist also für Sie ausreichend.

Das Angebot der Lebensversicherungssparte (dazu gehören auch die Renten- und BU-Versicherungen) ist weniger attraktiv. Es ist lediglich ein Kombinationsprodukt zu Ihrer Hauptversicherung, beispielsweise einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Im Pflege-Leistungsfall erhalten Sie eine Pflegerente, die meistens im Gegensatz zur Pflegezusatzversicherung der Privaten Krankenversicherung eine Zeitrente ist, weil sie an die Laufzeit der Hauptversicherung gebunden ist. Sie würde also spätestens mit dem 67. Lebensjahr enden.

Einzelne Vertragsveränderungen sind bei einem Kombinationsprodukt schwieriger oder gar nicht durchzuführen und häufig ist das Kombi-Produkt auch noch teurer als die einzeln abgeschlossenen Komponenten.

Der einzige Vorteil liegt in der Risikoprüfung bei Antragstellung, da sie nicht für jede Versicherung einzeln durchgeführt werden muss. Dahinter verbirgt sich natürlich auch ein zusätzliches Problem: Sollten Obliegenheitsverletzungen des Versicherten nachgewiesen werden, was ja bekanntlich zur Leistungsverweigerung der Versicherung und Vertragsbeendigung führt, gilt das Gleiche für die Pflegezusatzversicherung.