Leistungsregulierer in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Schadensfall in der BU ist grundsätzlich sehr komplex

Der Leistungsfall einer Berufsunfähigkeitsversicherung orientiert sich nicht nur an den medizinischen Tatbeständen einer Erkrankung, sondern wird viel komplexer durch weitere Grunddaten und Grundlagen. Der wirtschaftliche Erfolg des vorher ausgeübten Berufes und die Möglichkeit aufgrund von Fähigkeiten Jobalternativen zu erhalten, müssen seitens der Versicherung betrachtet werden. Die Leistungsprüfung in der Berufsunfähigkeitsversicherung wird meistens mit dem Ausfüllen von vielen Fragebögen durch den Versicherten gestartet. Häufig stellt sich diese Aufgabe als Herausforderung für den erkrankten Versicherten dar. Die Tragweite der gestellten Fragen wird verkannt, viele Bereiche einer Schadensmeldung sind für den Versicherten nicht nachvollziehbar. Missverständnisse sind vorprogrammiert und so kommt es im besten Fall zu erheblichen Verzögerungen bei der Leistungsbearbeitung, in vielen anderen Fällen zu Leistungsverweigerung oder sogar zur einseitigen Vertragsaufhebung.

 

Es geht für alle Beteiligten um sehr viel Geld

In der jüngeren Vergangenheit setzten immer mehr BU-Versicherungen auf sogenannte Außenregulierer. Bei Haftpflicht, KFZ und Wohngebäude ist den meisten Kunden dieses Vorgehen bereits bekannt. Im Schadensmanagement der Berufsunfähigkeitsversicherung stellt das für viele ein echtes Neuland dar. Das wirtschaftliche Risiko in der BU ist für Versicherte und Versicherung extrem hoch. Wer mit 30 berufsunfähig wird und noch bis zum Rentenalter von 67 eine monatliche Rente von 2.000 € kassiert, bewegt sich in einer Schadenshöhe von fast 900.000 €. Viel Geld für die Versicherung, aber besonders für den Versicherten wenn die Leistung verweigert wird.

 

Berater mit guter Expertise müssen her

Die Lösung des Problems ist für einige Versicherungen der Einsatz von hochspezialisierten, sachverständigen Schadensmanagern, die beim Versicherten und Anspruchsteller vor Ort das Gespräch suchen, relevante Daten und Informationen erheben und diese auch anschließend bewerten. Diese Außenregulierer sind mit großer Expertise im Feld der Berufskunde und Tätigkeitsanalyse ausgestattet und sollen nun zu einer professionellen und fachkundigen aber auch gerechten Leistung beitragen. Einige Versicherungen bedienen sich externer Servicefirmen, die auch gerne mal detektivisch im Bereich der vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung eingesetzt werden. Es gibt schwarze Schafe unter den Servicefirmen, die mit einer 100-prozentigen Aufklärungsquote und damit mit einer 100-prozentigen Leistungsverweigerung werben. Seriös ist anders. Versicherungen mit festangestellten Außenregulierern gehen da schon mit mehr Fingerspitzengefühl vor. Für die Berufsunfähigkeitsversicherung ist das sogar eine wichtige Serviceleistung, die häufig als Highlight beworben wird. Eins darf man dabei aber nicht vergessen, es geht um viel Geld und hier hört bekanntlich die Freundschaft auf.

 

Allein der Versicherte muss den Beweis antreten

Die Beweislast für eine Berufsunfähigkeit trifft bedingungsgemäß nur den Versicherungsnehmer. Das gilt auch vor Gericht. Ein angestellter oder extern beauftragter Außenregulierer kann nur parteiisch sein, denn er ist am Ende weisungsgebunden. Der Idealfall sieht anders aus. Ein externer vom Versicherten beauftragter Berater, der dieselbe Sprache spricht wie die sehr gut ausgebildeten Außenregulierer. Im besten Fall ein Versicherungsmakler mit entsprechender Expertise, der für den Versicherten und Anspruchsteller auch keine weiteren Kosten verursacht.