Lebensversicherungen in der Krise verunsichern die Kunden

Wer sich in der Versicherungsbranche bewegt, hört schon seit Monaten schlechte Nachrichten über die Lebens- und BU-Versicherungen. Jetzt hat sich auch noch Frank Plasberg in seiner Sendung „Hart aber Fair“ der Sache angenommen. Die Kritik über die Lebensversicherung ist damit endgültig res publica.

Kern der Kritik ist die Annahme, dass die meisten Lebensversicherungen die versprochenen aber nicht garantierten Überschüsse nicht mehr erwirtschaften und damit auch nicht mehr an die Versicherten auszahlen können. Vorrangig begründet wird das Problem mit der Niedrigzinspolitik der EZB und darauffolgend mit den immer wieder aufkeimenden Diskussionen über Intransparenz und schlechtes Kostenmanagement der gesamten Branche.

Letztendlich haben viele Generationen mit Lebensversicherungen sehr viel Erspartes erzielt. Dinge ändern sich. Obwohl der Diesel plötzlich schlecht ist, gibt es trotzdem weiterhin Autos, sogar Dieselfahrzeuge. VW ist nicht pleite, genauso wenig wie die deutschen Lebensversicherungskonzerne.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, die spartentechnisch zur Lebensversicherung gehört, stehen die Zeichen auch auf Sturm: Ein Anbieter musste zum vergangenen Jahreswechsel seine Beiträge stark nach oben anpassen, weil man zu großzügig mit der Kalkulation von Risiken umgegangen war und wahrscheinlich aus absatztechnischen Gründen die zu zahlende Nettoprämie zu gering ausgewiesen hatte. Auch hier wurde branchenspezifisch seit Wochen viel berichtet.

Es gibt sogar eine Handvoll Konkurrenzunternehmen, die das Missgeschick für sich ausnutzen möchten: Wechselwilligen BU-Versicherten werden durch eine vereinfachte Antragstellung Kündigung und Neuabschluss schmackhaft gemacht. Kein gutes Zeichen für den Gesamtverband, hier wäre Solidarität unter den Anbietern gefragt, die dem insgesamt besorgten, nach Sicherheit strebenden Mitbürger, ein positives Signal geben könnte. Eine vereinfachte Antragstellung, die sich bei richtigem Hinschauen als Mogelpackung entpuppt, ist kontraproduktiv und Säbelrasseln mit starken Worten der BaFin, kritische Kandidaten „in Manndeckung zu nehmen“, ist da eher populistisch.