Die Grundfähigkeitsversicherung

Im Gegensatz zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Grundfähigkeitsversicherung nicht berufsbezogen. Leistung gibt es dann, wenn klar definierte Grundfähigkeiten verloren gehen.

Der Verlust von Grundfähigkeiten muss sich über einen festen Mindestzeitraum erstrecken, bei den meisten Grundfähigkeitsversicherungen  mindestens 3 Jahre, wobei der Zeitraum bei eindeutigen Prognosemöglichkeiten, beispielsweise einer Erblindung, auch für die Zukunft berücksichtigt werden kann. Der Verlust der Fähigkeiten darf nicht durch zumutbare Heilbehandlung, Hilfsmittel oder künstliche Gliedmaße behebbar sein.

Sie können im Leistungsfall arbeiten gehen oder auch nicht. Einkommen und Berufsstatus spielen keine Rolle.

Ab Pflegestufe 2 in der gesetzlichen Pflegeversicherung  wird die Versicherungsleistung auch fällig. Die Pflegebedürftigkeit sollte mindestens ununterbrochen ein halbes Jahr bestehen.

Die versicherten Grundfähigkeiten sind in verschiedene Kategorien (Fähigkeitenkataloge) eingeteilt. Bei Verlust des Sehens, des Sprechens und des Gebrauches der Hände reicht ein Verlust einer Fähigkeit, bei abgeschwächten Fähigkeiten wie Stehen, Sitzen, Greifen, Knien oder Bücken etc. müssen bei fast allen Grundfähigkeitsversicherern eine Kombination von mehreren Ereignissen vorliegen, damit die Bedingungen zur Leistungspflicht erfüllt sind.

Die Versicherungsbeiträge zur Grundfähigkeitsversicherung sind als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer abzugsfähig. Renten werden im Leistungsfall nur mit dem Ertragsanteil versteuert und befinden sich damit in den häufigsten Fällen in einer Einkommensgröße, in der noch keine Steuern anfallen.

Die Risikoprüfung bei Antragstellung ist einfacher gehalten als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Das versicherte Risiko ist für die Versicherer überschaubarer, somit können die Grundfähigkeitsversicherungen die Versicherungsbeiträge günstig gestalten.