Generali verkauft 4,2 Millionen Lebensversicherungsverträge im Run-off

Der Generali Lebensversicherungs-Kundenbestand hat wahrscheinlich bald einen neuen Besitzer aus dem externen Run-off Markt. Mitarbeiter der Generali Gruppe hatten auf eine interne Lösung oder zumindest auf eine Minderbeteiligung der Generali an einem neuen Eigentümer gehofft. Nun soll es doch zum endgültigen Aus für die Generali-Lebensversicherung kommen.

Grund für diesen Ausverkauf, der zu einer Entlastung der sich im Umbau befindenden Generali beitragen soll, sind die hohen Garantieverpflichtungen aus den Lebensversicherungs-Altverträgen und die anhaltende Niedrigzinsphase. Zu hohe Verwaltungskosten spielen eine weitere Rolle. Betroffen sind über 4 Millionen LV- Versicherungsverträge der Generali, die nach endgültiger Zustimmung durch die Aufsichtsbehörde BaFin von der Viridium Gruppe, einem sogenannten Run-off Spezialisten, übernommen werden sollen. Viridium, ein neuer Eigentümer.

Die Viridium Gruppe wurde 2013/2014 durch Cinven und Hannover Rück gegründet. Cinven ist eine internationale Beteiligungsgesellschaft, die seit 1977 in vorwiegend in Europa ansässige Unternehmen mit Summen von 100 Millionen aufwärts investiert, um deren Wachstum und Entwicklung auf der Grundlage von eigenen Wertsteigerungsstrategien zu fördern. Die Hannover Rück ist mit einem Prämienvolumen von 17,8 Milliarden € im Jahr der viertgrößte Rückversicherer der Welt.

 

Run-off ist ein simples Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell der Viridium Gruppe, die seit ihrer Gründung 2013/14 drei LV „komplett“ Kunden-Bestände übernommen hat (Heidelberger LV AG, Skandia LV AG und Mannheimer LV bzw. Protektor AG), basiert auf einer simplen Grundidee. Je mehr Verträge auf einer gemeinsamen Plattform verwaltet werden, desto geringer sind aufgrund von Skaleneffekten die anteiligen Verwaltungskosten je Vertrag. Grundvoraussetzung dafür ist eine hochmoderne IT-Infrastruktur, über die Viridium verfügen soll. Neugeschäft wird es bei Viridium im Gegensatz zu den altbekannten Lebensversicherungen nicht mehr geben.

 

Kundenrechte bleiben erhalten

Nach der Bestandsübertragung gehen die LV-Gesellschaften und LV-Verträge vollständig und mit allen Rechten und Pflichten auf die Viridium Gruppe über. Alle Bedingungswerke der Lebensversicherungsverträge bleiben erhalten. Betreuungsverhältnisse zu Versicherungsmaklern sollen weiter gelten. Garant für diese Zusagen ist die Aufsichtsbehörde BaFin, die schon 960.000 Verträge aus den drei Übernahmen seit 2013/14 überwacht. Mit der Generali kommen auf einem Schlag 4,2 Millionen Lebensversicherungsverträge hinzu. Laut dem Geschäftsmodell von Viridium ist das für alle Beteiligten eine gute Sache, da die Verwaltungskosten pro Lebensversicherungsvertrag weiter fallen sollen (Skaleneffekte).

 

Eine Alternative wäre für die Generali möglich gewesen

Die Viridium Gruppe bietet das Management von Lebensversicherungsverträgen auch im Auftrag an. Hierbei werden lediglich die Versicherungsbestände auf die Bestandsführungssysteme der Viridium Gruppe übertragen. Alle Rechte verbleiben somit bei den Eigentümergesellschaften. Der geringere Erhaltungs- und Investitionsaufwand der IT- und Bestandsführungssysteme sorgen auch hier für einen erheblichen Einspareffekt. Aus Sicht von Marketing und Werbung wäre für die Generali diese Möglichkeit die bessere gewesen, denn sowohl Mitarbeiter und Kunden wären weniger verunsichert.

 

 

Viridium Gruppe

Dornhofstraße 36,
63263 Neu-Isenburg

Telefon06102 59950

www.viridium-gruppe.com

 

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