Durchdringungsquote der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist gering

 

Die Durchdringungsquote in der BU liegt bei 20 %

Nur jeder 5. Berufstätige hat sich gegen den Verlust seiner Arbeitskraft in Deutschland privat abgesichert. Die Zahl der Neuverträge bei den BU-Absicherungen stagniert, das durchschnittliche Rentenniveau ist zu niedrig und Alternativen für den Existenzschutz sind nicht wirklich gefragt, da die Absicherung eher an die Erwerbsminderungsrente der GRV erinnert, jedenfalls was die eingeschränkten Zugangswege zur Rentenleistung angehen.

Der Staat leistet den Schutz schon lange nicht mehr

Wenn man bedenkt, dass die gesetzliche Rentenversicherung eine Rentenleistung bezüglich Berufsunfähigkeit seit fast zwei Jahrzehnten für die Mehrheit der Beschäftigten praktisch abgeschafft hat, ist die niedrige Durchdringungsquote in der privaten BU ziemlich dramatisch und kaum nachvollziehbar. Damals war zumindest jeder Pflichtversicherte der gesetzlichen Rentenversicherung und viele freiwillig Versicherte vom Gesetzgeber her gegen den Verlust der berufsbezogenen Arbeitskraft abgesichert.

Die Beschäftigten fahren ein hohes Risiko

Seither scheint es 80 Prozent der Betroffenen nicht weiter zu stören, seit 18 Jahren einem existenziellen Risiko ausgesetzt zu sein. Dabei nimmt der Krankenstand der Beschäftigten immer weiter zu. Gerade psychosomatische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch. Aber etwas muss passieren um die Präsenz einer BU Versicherung zu erhöhen. Die Schicksale einzelner Betroffener stehen außer Frage. Spätestens beim krankheitsbedingten Verlust der Arbeitskraft würde jeder gerne das Rad zurückdrehen und das einzig Richtige machen, einen BU-Vertrag abschließen.

Der Markt dreht sich im Kreis

Es gibt immer wieder Maßnahmen der Versicherungen, das BU-Produkt besser an den Mann zu bringen. Erst vor kurzem wurde wieder eine größere Umfrage innerhalb von Versicherungsberatern, die sich auf die Arbeitskraftabsicherung spezialisiert haben, seitens eines gerne beauftragten Institutes durchgeführt. Die Befragten sollten Lösungsmöglichkeiten benennen, um das Produkt BU attraktiver zu gestalten. Viele gute Ideen, beispielsweise ein Basisschutz mit einem aufstockbaren Baukastensystem, eine standardisierte Risikoprüfung, Körperscanner oder einen lebensbegleitenden Biometrieschutz, der den Versicherungsschutz individuell nach verschiedenen Lebensabschnitten anpasst. Allesamt sind auf den ersten Blick zukunftweisend, aber eigentlich nicht wirklich neu und auch nicht die Lösung des Problems.

Je früher, desto besser

Da ist die BU-Anwartschaft für junge Kunden, um sich später eine Annahme des Vertrages zu guten Konditionen zu sichern und besonders das individuelle Risiko einer Gesundheitsprüfung so gering wie möglich zu halten (In den jungen Jahren ist die Gesundheit meistens am besten), der vernünftigste Vorschlag. Angebote für Auszubildende und Studenten gibt es schon, man müsste es eigentlich nur für alle Personen ab Geburt ausweiten. Alle weiteren Maßnahmen, wie flexibel gestaltete Baukastentarife etc., würden sich praktisch von allein ergeben. Wichtig ist, dass man gesund in das System aufgenommen werden kann und das bedeutet immer: Je früher, desto besser. Alternativ wäre da noch die Abschaffung jeglicher Gesundheitsprüfungen. Aber dann müssten alle Menschen ab Geburt zwangsversichert werden, um zwecks Risikoausgleich ein möglichst großes Kollektiv zu erhalten. Die alte GRV läßt grüßen.