Der Preis der Berufsunfähigkeitsversicherung

Es kann nur teurer werden: BU-Abschluss je früher desto besser.

Wer einmal günstig dabei ist, kann seinen Vertrag auch weiterhin preisschonend anpassen.


 

Es gibt viele Gründe, warum man den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung vor sich herschiebt. Bei den meisten Menschen spielt der Preis, also die Höhe des monatlichen Beitrages eine große Rolle.

Wenn Ihr Lebensunterhalt von Ihrer Arbeitskraft abhängig ist, reicht die gesetzliche Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung in keinem Fall aus. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist also ein Muss. Eine bezahlbare BU-Versicherung bekommen Sie, wenn Sie jung und gesund sind, und sich für einen Beruf entschieden haben mit geringem Risiko eines Unfalls oder dem geringen Risiko einer berufsbedingten Erkrankung. Gefährliche Freizeitaktivitäten können auch eine Rolle spielen.

Ein Mathematikprofessor zahlt aufgrund seines geringen Berufsrisikos ca. 25 % der Prämie, die ein Maurer zu entrichten hat. Wer als 35jähriger Maurer seine Arbeitskraft bis zum Rentenalter von 67 Jahren mit einer monatlichen Rente von 1.500 € absichern möchte, zahlt je nach Anbieter zwischen 228 € bis 469 € im Monat. Der 35jährige Professor liegt da gerade mal zwischen 52 € und 121 €. Er könnte sich also mit demselben Beitrag des Maurers für eine vierfache Rente, also 6.000 € versichern.

In den letzten Jahren hat die Ursache einer Berufsunfähigkeit im Bereich der psychischen Erkrankungen stark zugenommen. Diese Erkrankung macht mit ca. 32 % den Löwenanteil bei den Ursachen für eine BU aus. Die Beitragskalkulationen der Versicherungskonzerne werden das in Zukunft berücksichtigen müssen. Sollte sich dann herausstellen, dass der Professor häufiger an psychischen Leiden erkrankt, wird sich das in einer Beitragserhöhung bei späteren Verträgen für Professoren niederschlagen. Der Professor müsste dann vielleicht genauso viel bezahlen wie der Maurer. Es sollte natürlich insgesamt teurer werden, weil auch ein Maurer psychisch erkranken kann. Gut wäre also für den Professor, wenn er seinen Vertrag noch zu den alten bis jetzt gängigen Statistiken bzw. Risikokalkulationen erworben hätte.

Um den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung kümmert man sich besser früher als später. In der Ausbildung oder im Studium ist man noch häufig gesundheitlich fit. Teure und gefährliche Hobbys kommen vielleicht erst später dazu. Wenn Sie bei Vertragsabschluss noch kein Drachenflieger waren, müssen Sie es später auch nicht nachmelden.

 

Der zuletzt ausgeübte Beruf ist immer auch der versicherte Beruf. Wer im Studium als Ingenieur versichert wurde, bleibt ohne erneute Risikoprüfung versichert, auch wenn man mittlerweile in einer Raumstation tätig ist.

Im Gegensatz dazu kann der Vertrag seitens des Versicherungsnehmers einseitig ohne eine erneute Risiko- bzw. Gesundheitsprüfung durch sogenannte Optionsrechte (beispielsweise Gehaltserhöhung, Heirat, Kinder, Hauskauf) angepasst werden.

Die private Versicherungswirtschaft geht von klaren Statistiken aus. Damit sind die Beiträge angemessen, wirtschaftlich und mathematisch gerecht. Leider sind die gefährlichsten Berufe auch meistens die mit dem geringsten Verdienst. Moralische Gerechtigkeit könnte nur der Staat erzwingen. Die vorhandene Erwerbsminderungsrente ist absolut keine Lösung.

Laut einer Umfrage legen über die Hälfte der BU-Versicherten ihr Augenmerk auf eine stabile und sichere Prämie. Sicherheit ist eben auch im Beitragsbereich gefragt. Sie sollten sich frühzeitig um das Zustandekommens eines BU-Vertrages kümmern. Dabei dürfen Netto- und Brutto-Prämie nicht so weit auseinander liegen, denn eine Beitragsverschiebung in Richtung Bruttobeiträge stellt keine klassische Beitragserhöhung dar. WWK-Versicherte konnten in 2017 ein Lied davon singen. Der empört angerufenen BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienst-leistungsaufsicht) blieben die Hände gebunden. Alles war rechtens.