BU-Leistungsantrag richtig ausfüllen

Jeder Leistungsantrag ist ein individueller Vorgang.

In jedem Leistungsantrag müssen sämtliche Fragen und Ausführungen vollständig und plausibel beantwortet und beschrieben werden.

 

Nachdem Sie der Berufsunfähigkeitsversicherung Ihren Schaden gemeldet haben, wird die BU Ihnen einen umfangreichen Fragebogen zukommen lassen. Jede Versicherung verwendet andere Formulare und jeder Fall ist individuell. Schriftliche Hilfe in Form von Texten zum Ausfüllen eines Leistungsantrags kann nur allgemein gehalten werden. Häufig steckt der Teufel im Detail. Füllen Sie den Antrag nie alleine aus, besprechen Sie sich mit Familie oder Freunden oder holen Sie sich professionelle Unterstützung. Wichtig ist, dass der Antrag vollständig und plausibel ausgefüllt ist.

 

Allgemeine Ratschläge für einen Leistungsantrag:

 

Plausibilität

Ihr Leistungsantrag muss vom Leistungsprüfer logisch nachvollziehbar sein. Angaben beim damaligen Antrag zum Abschluss Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung sollten im inhaltlichen Zusammenhang mit dem Leistungsantrag stehen. Wenn Sie anderen Versicherungen, beispielsweise Ihrer Krankenversicherung schon Auskünfte erteilt haben, sollten diese mit den Angaben im Leistungsantrag BU abgestimmt sein. Die Fakten, die Ihren Ärzten vorliegen, und zwar die der letzten 10 Jahre, müssen zu Ihren Angaben passen. Stößt der Leistungsprüfer auf irgendwelche Ungereimtheiten, wird sich im besten Fall nur die Leistungsprüfung verzögern. Häufig führt die fehlende Plausibilität zur Ablehnung der Leistung. Auch Fehler, die nur aus reiner Unwissenheit beim Ausfüllen gemacht worden sind, sind meistens nur noch schwer zu korrigieren.

 

Denken Sie über jede Frage genau nach

Nehmen Sie sich Zeit beim Ausfüllen. Beschäftigen Sie sich ruhig über mehrere Tage damit. Überlegen Sie immer, was die BU-Versicherung mit dieser bestimmten Frage bezweckt. Keine Frage ist harmlos. Wenn Sie beispielsweise nach Ihrer Telefonnummer gefragt werden, müssen Sie damit rechnen, dass man Sie spontan anruft und Ihnen fernmündliche Fragen stellt, auf die Sie nicht gut vorbereitet sind. Im Gegensatz zu Ihnen sind die Leistungssachbearbeiter für solche Gespräche geschult. Auch wenn der Leistungsantrag vollständig ausgefüllt werden soll, eine telefonische Erreichbarkeit müssen Sie nicht einräumen.

 

Ihre Angaben müssen belastbar sein

Ein wichtiger Teil jedes Leistungsantrages ist die Tätigkeitsbeschreibung inklusive eines Stundenplanes. Der Leistungsprüfer möchte sich ein genaues Bild über Ihren beruflichen Tagesablauf machen. Werden Ihre Kollegen oder Ihr Arbeitgeber im Härtefall, z.B. bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung, alle Ihre Angaben auch bestätigen können? Wenn Sie beispielsweise behaupten, Sie wären jeden Tag am Stück 14 Stunden LKW gefahren, wird Ihr Arbeitgeber das aus arbeitsrechtlichen Gründen ungern bestätigen.

 

Beigefügte Anlagen müssen Sie genau überprüfen

Unterlagen, die Sie Ihrer BU-Versicherung zusammen mit Ihrem Leistungsantrag zur Verfügung stellen, sollten inhaltlich zu allen Ihren Angaben passen. Das gilt sowohl für den damaligen Antrag zum Abschluss der BU als auch für den jetzt zu stellenden Leistungsantrag.

Wenn Ihr Arzt Ihnen z.B. „gute Orientierung“ bescheinigt, sollten Sie im Antrag bei der Beschreibung Ihrer Beschwerden nicht von Verwirrtheit sprechen.

 

Abgabezeitpunkt des Leistungsantrages

Sie sollten genau überlegen, wann Sie Ihre Schadensmeldung abgeben. Es sollten alle Unterlagen vorliegen, wenn Sie die Leistungsantragsformulare von Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten, sonst setzen Sie sich nur unnötig unter Zeitdruck.

Liegt auch wirklich schon ein Fall für die Berufsunfähigkeitsversicherung vor oder handelt es sich mehr um eine Arbeitsunfähigkeit? Dann ist die Krankenversicherung der zuständige Leistungsträger. Außerdem könnte das Krankengeld Ihrer Krankenversicherung auch höher sein als die Berufsunfähigkeitsrente. Es wäre also klüger, das Krankengeld weiter zu beziehen, bis die Krankenversicherung Ihre Arbeitsunfähigkeit mit dem Hinweis einer nun eingetretenen Berufsunfähigkeit beendet.

 

Formal richtiges Ausfüllen des Leistungsantrages

Meistens sind die Formulare der Versicherungen formal eng gestrickt. Vieles kann angekreuzt werden, für persönliche Ausführungen ist zu wenig Platz. Manche Bereiche, die in Ihrem individuellen Leistungsfall wichtig sind, müssen von Ihnen ergänzt werden. Lassen Sie sich nicht durch Platzvorgaben auf den Formularen verunsichern. Wenn Sie mehr Platz benötigen, verwenden Sie zusätzliche Blätter.

 

Lassen Sie Emotionen aus dem Spiel

Sie sind erkrankt, Ihre Zukunft ist ungewiss, die zu beantragende Rentenzahlung ist existenziell. Versuchen Sie trotzdem, Ihre Erkrankung und den Krankheitsverlauf nüchtern zu beschreiben. Für Mitleid gibt es keine Leistung.

Stellen Sie gegenüber der Versicherung klar, dass Ihnen beim Leistungsantrag geholfen wurde. Je nach Krankheitsbild wäre das perfekte Ausfüllen eines Leistungsantrages ohne Unterstützung einer vertrauensvollen Person ein Anzeichen für den Leistungssachbearbeiter, dass Sie eigentlich doch noch fitter sind, als im Leistungsantrag beschrieben. Bleiben Sie der Herr im Ring, unterschreiben Sie keine pauschale Schweigepflichtentbindung und keinen voreiligen Vergleich.

Geben Sie die verschiedenen Schweigepflichtentbindungen nur jeweils einzeln, z.B. eine für das Krankenhaus und eine für den Arzt usw. So behalten Sie den Überblick. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Sie müssen beurteilen können, was die wesentlichen Punkte Ihres Leistungsantrages sind. Manchmal ist weniger auch mehr.

 

Fazit

Der BU-Leistungsantrag ist das Rückgrat Ihres Ersuchens auf eine Berufsunfähigkeitsrente. Fehler, die hier gemacht werden, sind unnötig und im Nachhinein schwer heilbar.