Berufsunfähigkeitsversicherungen drücken sich vor der Leistungsanerkenntnis

Vorsicht bei zu schnellen Vergleichen

Wer in einem BU-Schadensfall eine Leistungsanerkenntnis durch seine BU-Versicherung bekommt, kann sich glücklich schätzen. Häufig versuchen die Versicherungen durch Vergleiche und zeitlich befristete Zahlungen, also durch sogenannte individuelle Vereinbarungen, in eigener Sache Schadensbegrenzung zu betreiben. Der Versicherte freut sich meistens über eine unbürokratische Lösung, ohne anstrengende Auseinandersetzungen und natürlich besonders über schnelles Geld.

Beweispflicht im Schadensfall trägt der Versicherte

Der Schuss geht dabei schnell nach hinten los. Als Versicherter muss ich meinen Anspruch gegenüber der Versicherung beweisen, sonst gibt es kein Geld. Eine individuelle Vereinbarung mit der Versicherungsgesellschaft verschiebt eigentlich nur eine ordentliche Antragstellung im Schadensfall, und damit auch eine genaue und umfangreiche Leistungsprüfung auf Rentenzahlung in der Zukunft. Es wird begrenzt laut Vergleich bezahlt. Eine spätere Leistungsprüfung in derselben Angelegenheit ist nur noch erschwert möglich, denn den Beweis zur Leistungspflicht muss der Versicherte erneut erbringen. In derselben Sache stellt sich das immer schwierig dar, zumal meistens keine gravierenden und neuen Erkenntnisse vorliegen.

Anerkenntnis verdreht die Beweispflicht zu Ihren Gunsten

Hat die Versicherung nach einem Leistungsantrag ein Leistungsanerkenntnis ausgesprochen und nimmt die Zahlungen vertragskonform auf, so muss sie so lange bezahlen, wie der Vertrag läuft. Möchte sich die Versicherung aus dieser Verpflichtung verabschieden, muss sie beweisen, dass nun keine Berufsunfähigkeit mehr vorliegt. So lange sie diesen Beweis nicht erbringt, zahlt sie weiter, auch wenn ein Nachprüfungsverfahren schon läuft. Es zählt nur der Zeitpunkt der eindeutigen Feststellung, dass keine BU mehr vorliegt. Letztendlich und im Zweifel ist das der Urteils-Spruch eines deutschen Gerichtes und vielleicht noch der Spruch einer nächsten Instanz.

Treu und Glauben spielt eine wesentliche Rolle

Nur mit einem Anerkenntnis durch Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung sind Sie auf der sicheren Seite. Zwar gibt es zunehmend mehr Urteile von deutschen Gerichten, die immer häufiger solche Vergleiche bzw. Kulanzvereinbarungen kippen, mit dem Hinweis auf den Treue-Paragrafen 242 BGB, wonach die Leistung so zu bemessen ist, wie Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern. Aber darauf verlassen sollte man sich nicht.

Fair Play ist für alle Beteiligten das Beste

Eine gute BU-Versicherung erkennt den Leistungsfall an oder auch nicht und im Falle der Anerkenntnis der Leistungspflicht bleibt der Versicherung ein späteres ordentliches Nachprüfungsverfahren, dem auch seitens des Versicherten stattgegeben werden muss, wenn beispielsweise eine klare Genesung des Versicherten vorliegt oder eine erneute Arbeitstätigkeit aufgenommen wurde.

Nachprüfungsverfahren sind üblich

Bei den meisten Berufsunfähigkeitsversicherungen findet eine solche Nachprüfung im Turnus von ein bis zwei Jahren meistens ohne konkreten Grund statt, weil sich die Versicherung natürlich immer ein aktuelles Leistungsbild schon im Hinblick auf die übrige Versichertengemeinschaft machen will und muss.