Die BU-Versicherung

Das Wichtigste vorab:

  • Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann wichtig sein, um den Verlust des Arbeitseinkommens abzusichern
  • An die gesetzliche Rentenversicherung haben nur vor 1961 geborene Personen Ansprüche
  • Wichtiger als der BU-Anbieter ist die Sorgfalt beim Vertragsabschluss
  • Die hc consulting AG berät zu allen Fragen der BU kostenlos, unser Spezialgebiet ist die Beratung im BU-Leistungsfall

 

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Unter Berufsunfähigkeit versteht man die langfristige Beeinträchtigung durch Krankheit, Unfall oder Invalidität, so dass Sie Ihren jetzigen Beruf nicht mehr ausüben können.
Versichern Sie dieses Risiko, spricht man von einer BU- Versicherung.

Wenn Sie vor dem zweiten Januar 1961 geboren sind, können Sie auch eine BU-Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten. Alle jüngeren Versicherten haben praktisch keine BU-Ansprüche mehr.

Eine Ausnahme bildet hier die staatliche Erwerbsminderung, deren Vorgaben im Leistungsfall nur in ganz wenigen Fällen zu erreichen sind und deren Leistung sich bei voller Erwerbsminderung auf 30 % des letzten Bruttolohnes beschränkt.
Volle Erwerbsminderung im Sinne der gesetzlichen Rentenversicherung würde für Sie bedeuten, dass Sie weniger als drei Stunden lang in der Lage sind, irgendeiner beruflichen Tätigkeit nachzugehen. Irgendeine berufliche Tätigkeit bedeutet, dass Ihnen die meisten Tätigkeiten zuzumuten sind. Die Möglichkeiten der gesetzlichen Rentenversicherung sind also zu vernachlässigen.
Die einzige Alternative ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, wenn das Arbeitseinkommen die einzige oder die Haupteinnahmequelle darstellt.

 

Wann liegt eine Berufsunfähigkeit vor?

Die Voraussetzung einer Berufsunfähigkeit wird in den AVB’s der Versicherungsgesellschaften definiert. Dabei sind die Vorgaben der verschiedenen Versicherungssparten unterschiedlich. Mit einfachen Worten: wenn zum Beispiel eine Krankenversicherung die Berufsunfähigkeit eines Versicherten festgestellt hat, bedeutet das noch lange nicht, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung diese Beurteilung übernimmt. Außerdem muss man bei den Begriffserklärungen zwischen privaten Versicherungsgesellschaften und den Sozialversicherungen unterscheiden. Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit und Erwerbsunfähigkeit sind hier die üblichen Begriffe, die leider in den verschiedenen Versicherungssparten, Systemen und Versicherungsgesellschaften unterschiedlich ausgelegt werden.
Dabei scheinen die Definitionen auf den ersten Blick für den Versicherungskunden klar und eindeutig erklärt. Der Teufel steckt wie immer im Detail und ist darüber hinaus noch vielfältig.
Es gibt eine große Anzahl von Gerichtsurteilen zu diesem Thema. Die momentan vom BGH vorgegebene Auslegung besagt, dass eine BU dann vorliegt, wenn eine versicherte Person nach medizinischem Befund im bisher ausgeübten Beruf auf nicht absehbare Zeit mehr als 50 % erwerbsunfähig ist. Bei dieser Begriffsbestimmung geht es um einen Zustand, dessen Fortbestand aus sachkundiger Sicht für nicht absehbare Zeit prognostiziert wird, der jedoch typischer Weise nicht als endgültig oder unveränderlich beurteilt werden kann.

Dabei ist die erforderliche Prognose auf den jeweiligen Einzelfall bezogen zu stellen; sie ist abhängig von individuellen Umständen des Versicherten, wie etwa dem Lebensalter, der Art und Schwere der Erkrankung und den Anforderungen der zuletzt ausgeübten Tätigkeit. All diese Begrifflichkeiten werden im Leistungsfall auf die Goldwaage gelegt.

Was in einfachen bunten Werbeprospekten von den Versicherungsgesellschaften logisch und mit dem gesunden Menschenverstand nachvollziehbar angepriesen wird, ist in Wirklichkeit ein unglaubliches Machwerk von unterschiedlichen Versicherungsbedingungen, unterschiedlichen Begriffsdefinitionen und sehr vielen Gerichtsurteilen aller Instanzen.

Die Schwierigkeiten im Leistungsfall sind für fast alle Versicherten ohne professionelle Hilfe nicht zu überwinden. Wir beraten Sie vollumfänglich.

 

Wer sollte keine BU-Versicherung abschließen?

Grundsätzlich ist die Absicherung durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden wichtig. Die gesetzliche Rentenversicherung ist in wenigen Fällen nur bedingt dazu im Stande.

Leider stellt der erfolgreiche Leistungsantrag bei Ihrer BU-Versicherung ein großes Problem dar. Ohne professionelle Hilfe ist das in den meisten Fällen nicht realisierbar. Bei vielen Versicherten wurden schon beim Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung schwerwiegende Fehler gemacht. Sollte Ihr Gesundheitszustand der letzten 10 Jahre durch eine oder mehrere Krankheiten in Mitleidenschaft gezogen worden sein, ist der ordentliche Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nur begrenzt möglich. Im Schadensfall wird Ihre BU-Versicherung Ihre Gesundheitsangaben meistens im Rückblick auf 10 Jahre genauestens prüfen. Gibt es Unstimmigkeiten, erfolgt höchstwahrscheinlich die einseitige Vertragsauflösung durch die Gesellschaft und Sie haben die Versicherungsprämien umsonst gezahlt.

 

Was ist beim Abschluss eine BU zu beachten, wo liegen die Gefahren?

Die größte Gefahr beim Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist das Weglassen oder die Falschangabe von Sachverhalten, die zu sogenannten Obliegenheitsverletzungen (vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung) führen und damit zur Leistungsfreiheit der Gesellschaft im Leistungsfall. Die bis dahin bezahlten Versicherungsprämien bleiben bei Ihrer Gesellschaft. Sie haben nur draufgezahlt.

Außerdem sollte die mögliche Rentenhöhe zu Ihrem nachzuweisenden Einkommen in realistischer Relation stehen. Im Leistungsfall gibt es nur so viel, wie Sie nachweislich schon vorher verdient haben. Haben sie über die Jahre zu viel bezahlt, bleibt das auch bei Ihrer Versicherungsgesellschaft. Die Werbung macht den Abschluss einer BU-Versicherung zu einer einfachen und klaren Sache. Die meisten Versicherten machen den erfolgreichen Abschluss nur an ihrer Prämie fest. Man zahlt eine geringe Prämie bei einem maximalen Leistungsversprechen. Sie werden mit Ihrem Abschluss zufrieden sein; solange bis der Schadensfall eintritt. Da es wesentlich mehr Versicherte gibt, die glücklicherweise nie ihre Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen, als die mit Leistungsbegehren, ist die Masse mit dem Abschluss der BU zufrieden.

 

Was sagt die Prozessquote der Versicherungen aus?

Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen bewerben ihre Produkte mit Zahlen aus der Mathematik und Statistik. Da Sie als Kunde gerade im Versicherungsgeschäft ein natürliches Misstrauen hegen, ist im Marketing der BU-Gesellschaften die Aussage über die große Leistungshäufigkeit und die geringe Anzahl der anhängenden gerichtlichen Rechtsstreitigkeiten eine wichtige Werbebotschaft. Bei vielen BU-Neuabschlüssen wurden schon bei Antragstellung Fehler begangen. Die sogenannten Obliegenheiten, die im Leistungsfall von Ihrer BU-Versicherung genauestens überprüft werden, stellen eine große Hürde da. Wenn Sie hier im Vorfeld scheitern, führt das in den meisten Fällen zur Vertragsbeendigung ohne Geld für Sie.

Diese Vertragsbeendigungen werden Sie in der Statistik der Leistungs- und auch Prozessquote nicht wiederfinden. Was Sie hier wiederfinden, ist nach einem langen Weg der Prüfungen dann ein noch weiterbestehender Vertrag, über den jetzt ein Gutachter entscheidet. Wird Ihnen die Leistung verweigert, können Sie das Gericht anrufen und genau hier spiegelt sich die Prozessquote wieder. Die Versicherten, welche auf dem langen Weg zur erwünschten Leistung aussortiert wurden oder einfach aufgegeben haben werden dabei nicht ordentlich erfasst. Bei vielen Gesellschaften ist also eher die Prozessquote hoch und die Leistungsquote niedrig.

 

Welche sind die häufigsten Krankheitsursachen für eine BU?

Ein Drittel aller Berufsunfähigkeitsrenten werden aufgrund psychischer Störungen und Nervenerkrankungen von den Versicherungsgesellschaften ausbezahlt. Gefolgt mit ungefähr einem Fünftel der Renten wegen Erkrankungen der Knochen und des Bewegungsapparates. Das ergibt die Hälfte aller zu regulierenden Fälle. Die Tendenz insgesamt ist steigend.

 

Welche Rolle spielen PKV, Lebensversicherung, Dread-Disease und Unfallversicherung?

Alle Personen-Versicherungen stehen in Wechselwirkung miteinander. Beim Neuabschluss einer BU werden Sie im Antrag nach weiteren Versicherungen befragt. Bestehende Verträge müssen hier von Ihnen benannt werden.

Leistungen aus unterschiedlichen Versicherungsverträgen können sich ergänzen oder sich gegenseitig ausschließen. Wenn Sie ein Krankentagegeld Ihrer privaten Krankenversicherung beziehen, können Sie nicht gleichzeitig eine BU- Rente erhalten. Leistungen aus einer Unfallversicherung können mit den Aufwendungen der PKV verrechnet werden. In Ihrer LV könnte eine „kleine“ BU-Zusatzversicherung oder eine Beitragsübernahme durch die Gesellschaft im Schadensfall einbezogen sein (BUZ 0). Die Dread-Disease-Versicherung ist eine interessante und günstige Alternative zur BU mit einer wirkungsvollen Teildeckung des BU-Risikos.

 

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Kosten einer BU sind abhängig von technischen Vorgaben und dem individuellen Risiko der versicherten Person. Eintrittsalter, Laufzeit, Rentenhöhe sowie Gesundheitszustand und Berufswahl sind hier entscheidend. Allgemeine und besondere Versicherungsbedingungen, sowie die Kostenstruktur der jeweiligen BU-Versicherung kommen maßgeblich hinzu. Das Leistungsbewusstsein und der Leistungswille einer Versicherung sind ebenfalls zu berücksichtigen. Es gibt Versicherungen, die unter dem Wahlspruch arbeiten: „Das Geld bleibt im Haus“. Bei diesen BU-Versicherungen ist es sehr wahrscheinlich, dass Leistungsanträge umfangreich und langwierig geprüft werden; mit höchster Prozesswahrscheinlichkeit vor einem Landgericht. Kundenorientierung kostet Geld, die vermeintlichen Schnäppchenanbieter entpuppen sich im Schadensfall häufig als Problem. Ein 30-jähriger Versicherter muss bei einer Vertragslaufzeit von 35 Jahren bei einer Risikolebensversicherung von 50.000 € und einer mtl. BUZ Rente von 1.000 € mit 35 € bis 100 € mtl. Prämie bezahlen. Der teuerste Anbieter ist sicherlich nicht derjenige, der am einfachsten und schnellsten leistet, hier spielen zu viele Faktoren eine Rolle. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Billiganbieter mit großem Leistungswillen daherkommt, ist jedoch genauso abwegig.