Berufsunfähigkeitsversicherung BU: Welche Rentenhöhe ist angemessen?

 

Von der gesetzlichen Rentenversicherung ist wenig zu erwarten

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für jeden Berufstätigen eigentlich ein Muss. Alle, die nach dem 02.01.1961 geboren sind, haben bei der gesetzlichen Rentenversicherung nur noch einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Diese Erwerbsminderungsrente leistet nicht bei einer Berufsunfähigkeit. Es gibt keinen Bezug zur letzten ausgeübten Tätigkeit des Versicherten wie in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Nur wer gar keine Tätigkeit mehr ausüben kann bzw. weniger als drei Stunden täglich irgendeine Tätigkeit ausüben kann, bekommt die volle Erwerbsminderungsrente und die liegt von der Höhe nach leider bei nur 30 Prozent des zuletzt bezogenen Einkommens. Ein angestellter Jurist, der gesundheitsbedingt seiner juristischen Tätigkeit nicht mehr nachkommen kann, aber in der Lage ist noch drei Stunden in einer Großküche Teller zu spülen, bekommt im besten Fall die halbe Erwerbsminderungsrente. Wenn mehr als vier Stunden gearbeitet werden kann, also ein Halbtagsjob als Tellerwäscher vorliegt, verfällt jeder Anspruch.

Ältere Arbeitnehmer haben noch Ansprüche gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung

Wer vor dem 02.01.1961 geboren ist, hat noch einen Anspruch auf Berufsunfähigkeitsrente gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Rentenhöhe beläuft sich auf zwei Drittel der gesetzlichen Altersrente. Bei einer Erwerbsunfähigkeit steigt die Rentenleistung der gesetzlichen Rentenversicherung sogar auf die volle Höhe der Altersrente. Leider sind die meisten Berufstätigen jünger als die momentan privilegierte Altersgruppe zwischen 57 und 67 Lebensjahren, und spätestens ab dem Jahr 2028 ist der Anspruch einer Berufsunfähigkeitsleistung bei der gesetzlichen Rentenversicherung für alle gesetzlich Rentenversicherten Geschichte.

Die persönliche Versorgungslücke ist entscheidend

Um die Höhe der monatlichen Rente einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu ermitteln, muss erstmal die Versorgungslücke festgestellt werden. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung gilt das Bereicherungsverbot. Die gesamte Berufsunfähigkeitsrente darf der Höhe nach nur soweit versichert werden, was vorher in gesunden Tagen die berufliche Tätigkeit erwirtschaftet hat. Wer beispielsweise 57 Jahre oder älter ist, über ein Nettoeinkommen von 3.000 € verfügt, aus der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsversicherung laut letzter Renteninformation ca. 2.000 € bekäme und auch noch eine Betriebsrente seines Arbeitgebers von beispielsweise 300 € beansprucht, könnte lediglich weitere 700 € BU-Rente bei einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung versichern. Dieser Betrag ist die Versorgungslücke.

Bei einigen Berufsgruppen, wie z.B. Ärzten, müssen bei der Ermittlung der möglichen Rentenhöhe vorhandene Versorgungswerke zusätzlich berücksichtigt werden.

Grundsätzlich gilt immer das Bereicherungsverbot. Spätestens im Leistungsfall werden alle Ansprüche aus gesetzlichen oder privaten Versicherungsunternehmen kumuliert. Wenn dabei rauskommt, dass die gesamte monatliche Rente das frühere Einkommen übersteigt, wird die Rentenzahlung entsprechend gekürzt. Die Aufwendungen für die zu hohen Absicherungen sind dann umsonst gewesen, die zu viel gezahlten Beiträge sind verloren.