Anonyme Risikovoranfrage in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Mögliche Negativeinträge bei BU-Versicherungen vermeiden

hc consulting

Das Problem ist hausgemacht. Sie stellen einen Versicherungsantrag zum Abschluss einer BU. Die Versicherung möchte sich aufgrund Ihrer Angaben ein genaues Bild von dem zu zeichnenden Risiko machen. Die Risiken in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind Vorerkrankungen, gefährliche Hobbys und natürlich der momentan ausgeübte Beruf. Der Idealfall für einen „glatten Antrag“ wäre ein Arbeitnehmer, der einer Verwaltungstätigkeit in seinem Homeoffice nachgeht, keine gefährlichen Hobbys betreibt und kerngesund ist. Klappt dann noch die Bonitätsprüfung, steht der Policierung des Antrages nichts mehr im Wege. Im Gegensatz dazu wäre der schlimmste Fall eine Ablehnung des Antrags durch die Versicherung wegen nicht versicherbaren Vorerkrankungen, gefährlicher Berufsgruppe, gefährlichen Hobbys und schlechter Bonitätsauskunft. Jeder der aufgeführten Punkte könnte zu einer Ablehnung oder Erschwernis der BU-Versicherung führen. Eine Erschwernis würde bedeuten, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung einen höheren Versicherungsbeitrag als üblich verlangt oder bestimmte gesundheitliche Risiken und Ereignisse vom Versicherungs-schutz ausschließt. Nicht alle BU-Anbieter bewerten Risiken gleich. Es könnte sein, dass die eine Versicherung sich mit einem Risikozuschlag, also mit einem höheren Versicherungsbeitrag begnügt, eine andere aber denselben Antragsteller als zu großes Risiko ansieht und einen Teil des zu versichernden Risikos ausschließt oder ganz ablehnt.

Ein abgelehnter Antrag ist immer ein Makel

In den meisten Antragsformularen wird die Frage nach weiteren beantragten Versicherungen aus der Vergangenheit und Gegenwart gestellt. Besonders wird nach Verträgen gefragt, die von den jeweiligen Versicherungen abgelehnt worden sind. Wer das mit „Ja“ beantworten muss, ist praktisch nicht mehr versicherbar. Schummeln Sie bei der Antragstellung und verschweigen einen solchen Sachverhalt, müssen Sie damit rechnen, dass bei einem späteren Schadensfall aufgrund Ihrer Falschangaben die BU Ihnen die Leistung verwehren wird, da eine vorvertragliche Anzeigepflicht vorliegt. Sie haben die ganze Zeit umsonst Beiträge gezahlt, die bei einem Rücktritt Ihrer Versicherung komplett verlorengehen. Nach der einseitigen Beendigung Ihres Vertrages wird Sie keine andere Versicherung mehr aufnehmen.

HIS ist das Hinweis- und Informationssystem der deutschen Versicherungswirtschaft

Die deutsche Versicherungswirtschaft betreibt mit der informa HIS GmbH ein Hinweis- und Informationssystem, um Risikoprüfungen effizienter zu gestalten und Versicherungsbetrügereien zu bekämpfen und aufzudecken. Dabei steht der Schutz der Versichertengemeinschaft im Vordergrund, denn jährlich entsteht durch fehlerhafte, unwahre, unvollständige und betrügerische Angaben im Antrag ein Schaden von rund 4 Milliarden Euro. Die sogenannte „HIS-Datei“ ermöglicht den einzelnen Versicherungen, besondere Ereignisse bezüglich eines Versicherungsnehmers bzw. einer versicherten Person zu dokumentieren und allen übrigen Versicherungsgesellschaften als Information zur Verfügung zu stellen. Das Informationssystem überwacht alle Versicherungssparten. Wer sich beispielsweise einen unverschuldeten KFZ-Haftpflichtschaden nach Gutachten vom Versicherer auszahlen lässt, um die Reparatur seines Fahrzeuges selber zu gestalten, wird schon in der HIS registriert. Das Fahrzeug könnte ja nicht sachgerecht instandgesetzt worden sein und man wartet wieder auf den nächsten Unfallschaden, der den alten verdeckt, aber nochmals komplett bei der nächsten Haftpflichtversicherung abgerechnet werden soll. Ein klarer Betrug, den HIS verhindern kann.

Wer überdurchschnittlichen Risiken und Krankheiten unterliegt, sollte seinen BU-Antrag anonym stellen

Damit man bei der Suche der passenden Berufsunfähigkeitsversicherung nicht schon nach der ersten Anfrage bei den weiteren Versicherungsanbietern auf der Strecke bleibt, sollte der Antrag anonym gestellt werden. Das kann natürlich nur über einen Dritten erfolgen (sonst wäre eine Anonymität sofort ausgeschlossen), am besten über einen professionellen und unabhängigen Versicherungsmakler, der alle persönlichen Angaben im Antrag schwärzt, so dass nur noch die zur Risikoeinschätzung relevanten Daten verbleiben. Somit kann die Versicherung keine negativen Daten in der HIS speichern. Man kann also solange eine passende Versicherungsgesellschaft suchen, bis man über die Angebote eine vernünftige Entscheidung treffen kann, ohne sich mit Altlasten beschäftigen zu müssen.

Nicht alle Gesellschaften akzeptieren die anonymen Risiko-Voranfragen

Eine Versicherungsgesellschaft muss einen teilgeschwärzten Antrag nicht bearbeiten. Allerdings kann ein Versicherungsmakler auch mit einem mündlichen Vorgespräch, Angaben zur Risikoeinschätzung von der entsprechenden Fachabteilung erhalten, ohne Ross und Reiter zu nennen. Ein professioneller Versicherungsmakler sollte auch nach einem Gespräch mit dem Kunden aufgrund seiner Expertise, die Machbarkeit eines zu stellenden Antrages bei den jeweiligen Versicherungen einschätzen können.

Viele zu versichernde Risiken werden auch ausschließlich von den Rückversicherern entschieden. Bei den Rückversicherern können die einzelnen Versicherungsgesellschaften das eigene Risiko streuen. Im Schadensfall übernehmen diese dann den Löwenanteil. Die Erstversicherer zahlen den Rückversicherern dafür eine entsprechende Rückversicherungsprämie. Häufig haben unterschiedliche Versicherungen denselben Rückversicherer. Damit erübrigen sich viele Anfragen bei den unterschiedlichen BU-Versicherungen, da ein und derselbe Rückversicherer das Risiko natürlich immer gleich einschätzen wird.

Fazit

Nur ein klassischer Versicherungsmakler mit Expertise kann dafür sorgen, dass Ihr Versicherungswunsch zu Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung so bearbeitet wird, dass für Sie am Ende auch kein Nachteil entsteht. Die hc consulting AG berät Sie vollumfänglich und kostenlos.