Akzeptanz der Berufsunfähigkeitsversicherung 2019

YouGov-Studie: Jeder fünfte Deutsche hält den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für besonders wichtig


„Strategiefeld Berufsunfähigkeitsversicherung“ heißt die Studie der internationalen Data und Analytics Group YouGov, in der insgesamt 1948 Personen zur BU-Versicherung in Deutschland befragt wurden. Der Personenkreis wurde als bevölkerungsrepräsentative Gruppe zusammengestellt und durch weitere Zusatzstichproben mit jungen Personen bis 32 Jahre, die bis jetzt noch nicht über eine BU verfügen und mit Eltern von 16- bis 32-jährigen, erweitert. Untersucht wurde die Einschätzung der Deutschen bezüglich des Risikos der Berufsunfähigkeit und die Einstellung zu einer möglichen BU-Versicherung als Absicherung dagegen.

18 Prozent der Befragten halten die BU für eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt

Getoppt wird das Ergebnis nur durch die drei anderen Versicherungen, die die Deutschen für am meisten notwendig halten. Mit 51 Prozent ist die Haftpflichtversicherung der Deutschen liebstes Kind, gefolgt von der Kfz-Versicherung mit 41 Prozent und der Hausratsversicherung mit 31 Prozent. Absolut gesehen ist der Anteil der Deutschen, die tatsächlich Inhaber einer BU sind, seit dem Jahr 2015 unverändert. Jeder sechste Deutsche verfügt heute wie damals über eine BU-Police und dies obwohl das Risikogespür in Sachen Berufsunfähigkeit häufig vorhanden ist. Von den Befragten stufen immerhin 19 Prozent die persönliche Gefahr berufsunfähig zu werden, als sehr hoch ein. Irgendeine Absicherung gegen die Folgen einer Berufsunfähigkeit halten dann schon ein Drittel der Probanden für notwendig. Fälschlicherweise wird als als Alternative zur klassischen Berufsunfähigkeitsversicherung in vielen Fällen die Unfallversicherung benannt. Weitere Optionen, wie Dread-Disease-, Grundfähigkeitsversicherungen oder Multirisk-, spielen eher eine untergeordnete Rolle.

Die Jüngeren sind weniger interessiert

Junge Menschen unter 33 Jahre und ohne eine BU sind im Vergleich zur Gesamtbevölkerung weniger interessiert. 69 Prozent der jungen Deutschen unter 33 Jahre halten ihre Familie (Vater, Mutter, Opa, Oma) für den Garanten einer Familien-Leistung im Falle eines beruflichen Ausfalles, außerdem sind zwei Fünftel von den arglosen Jungen überzeugt, dass der Staat bei einer Berufsunfähigkeit schon einspringen werde. Allerdings gibt ein Drittel dieser jungen Deutschen an, doch wenigstens im nächsten Jahr eine entsprechende Zusatzversicherung abschließen zu wollen. Scheinbar fühlen sich die Befragten etwas ertappt und außerdem zeigt dieses Verhalten, dass man sich bis dato noch nicht wirklich mit dem Thema BU beschäftigt hat. Krankheit und deren Folgen war eben noch nie das Thema der Jugend.

Fazit

So richtig ist das Thema BU in der Bevölkerung noch nicht angekommen. Keine Verbesserung der Marktpräsenz in den letzten drei Jahren ist keine gute Entwicklung. Wenigstens sollte die ältere Bevölkerung auf die Jugend einwirken, denn die jüngere Bevölkerung steht vor einem vom Staat nicht mehr abgedecktem BU-Risiko und das Thema Altersrente dürfte eine weitere Belastung darstellen. Die demographische Entwicklung läßt grüßen. Auch hier gilt wie bei der BU, je früher eine Absicherung desto besser, allein schon aus dem Grund der Gesundheitsprüfung bei Antragstellung. Gesünder werden wir meistens nicht und die jüngeren Bevölkerungsschichten sollten ihr Potenzial, nämlich die „Jugend“, besser nutzen. Unkenntnis bezüglich unserer staatlichen Versorgungssysteme müssten schon in der Schule ausgeräumt werden. Dass man die Möglichkeit einer Berufsunfähigkeit nur mit dem Ereignis Unfall in Verbindung bringt und eine Unfallversicherung als ausreichend erachtet, hat mit dem Gefühl „jung zu sein“ zu tun, das Krankheiten meistens ausblendet. Uns ging es letztendlich auch nicht anders, aber da spielte der Staat noch eine beruhigendere Rolle.